Das TierheimAm späten Nachmittag des 07.08.08, machten wir uns bei 34° zahlreich auf den Weg nach Kamien Pomorski zu Alexandra. Zum Einen, um die sich mittlerweile in üppigen Mengen anstauenden Sachspenden nach Polen zu transportieren, zum Zweiten, um endlich mal im Tierheim eine gründliche Bestandsaufnahme zu machen und Alexandra auf dem Hof zu helfen.

Die Ladetätigkeiten verliefen schon etwas kompliziert, da Martin Falk, der uns netterweise seinen Sprinter sehr günstig zur Verfügung stellte, schon mit einer Tonne (!) Futter ankam. Irgendwie schafften es die Männer trotzdem noch, fast alles zu verladen.

Es waren Unmengen von Möbeln, Sofas, Hundehütten, Gefriertruhe, und, und, und, die die Lohmänner und Ulrike großzügig gespendet hatten – auch einen Teil der Schul- und Kindersachen von Frau Brandstetter, bestimmt für den 19. September, konnten wir schon mitnehmen und bei Alexandra einlagern.

 

Fast fertig geladen...

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Eine kleine Verschnaufpause

Eine kleine Verschnaufpause

Der erste Teil der Schulsachen

 

Der erste Teil der Schulsachen

Der Autoklimaanlage sei Dank, erreichten Thomas und ich bequem den Treffpunkt mit Jana und und Ulrike an der Grenze, während Martin, Lisa und Ronja im Sprinter kräftig schwitzten.
Am Treffpunkt verhagelte es Ben ( Thomas` Hund ) zum ersten Mal gründlich die Petersilie, als er erbost feststellte, daß Jana auch seinen Erzfeind Ferdi mitgebracht hatte.

80 Km später hatten wir auch schon Alexandra`s Hof erreicht. Nach ausgiebiger Begrüßung machten wir uns wieder daran, das mühsam Eingepackte wieder auszuladen.

Hauuuu ruck

Hauuuu ruck

Ein ganz besonderes Stück...

Ein ganz besonderes Stück...

Jetzt noch das ganze Futter auspacken...

Jetzt noch das ganze Futter auspacken...

"Ü-Eier" für Erwachsene...

"Ü-Eier" für Erwachsene

Die große Hundebegrüßung

Die große Hundebegrüßung

Nach getaner Arbeit ging es müde, hungrig und durstig, mit der versammelten Mannschaft in die nächste Pizzeria in Kamien Pomorski.
Nur Ben pfiff auf ein gemütliches Zusammensein und „unterhielt“ sich lautstark mit Ferdi, bis er zurück ins Auto befördert wurde.
Später verschwanden alle nach und nach in ihren Betten.

1. Tag

Gleich nach dem Frühstück fuhren wir zum Tierheim, wo uns der Tierheimleiter schon erwartete - er hatte extra seinen Urlaub für uns verschoben. Unser mitgebrachtes Futter wurde freudig registriert.
Petrus hatte ein Einsehen – es war nicht mehr ganz so heiß.

Nach einem ersten Rundgang schritten wir zur Tat und fingen mit dem Fotografieren an.
Leichter gesagt, als getan – die Hunde waren sehr aufgeregt und wir überlegten, wie wir zu guten Fotos kommen könnten.
Wir beschlossen die Hunde einzeln aus den Zwingern zu holen und sie mit Leckerchen zu besänftigen, gaben dieses Vorhaben jedoch schnell wieder auf, die vielen Menschen versetzten die armen Tiere nur in Angst und Schrecken.
So gaben unsere „Starfotografen“ ihr Bestes – es wurde fotografiert was die Linse hergab. Wir gaben Namen, es wurde für jeden Hund, mit Hilfe des Tierheimleiters, eine Datei mit den bekannten Angaben (Alter, Größe, Besonderheiten, etc.) erstellt.
Zwischenzeitlich kam noch ein Laster um die Jauchegrube zu entleeren, unser Tun wurde dadurch ziemlich heftig geruchstechnisch untermalt.

Das Tierheim

Das Tierheim

 

Ulrike verteilt eine erste Ladung "Leckerlis"

Ulrike verteilt eine erste Ladung

Nach Stunden waren wir einigermaßen fertig, entließen den Tierheimleiter in den Urlaub und fuhren selbst wieder zurück zu Alexandra.
Dort gab es auch eine Menge zu tun – die Futterbox mußte aufgeräumt werden und wir brauchten einen Überblick, wie viel wovon eigentlich da war.

Die Futterbox 

Die Futterbox
Die Sachspenden, die erst später benötigt werden, lagerten wir auf dem Scheunenboden zwischen, die Hundehütten wurden aufgebaut und von den Bewohnern in Spe erst einmal kritisch beäugt (und "bepinkelt").

Alle Hunde auf Alexandras Hof wurden - dank Ulrikes großzügiger Medikamentenspende - entwurmt.

Da wir mit Martin Falk einen Fachmann dabei hatten, konnten wir uns eingehend um die Hunde kümmern. Der arme Pado wird von den anderen Hunden nicht akzeptiert, hoffentlich wird er schnell vermittelt.
Aber auch Ben und Ferdi lieferten sich bei jeder Gelegenheit lautstarke „Wortgefechte“ und mussten ständig getrennt werden.
Der Tag war schon wieder fast um – nach dem Abendbrot und ein, zwei Bierchen ging es ins Bett.

2. Tag

Der Samstag begann für Alexandra, Martin und mich mit einer Rundreise zu diversen Schützlingen. Ulrike, Jana und Thomas beschlossen auf dem Hof ein wenig Ordnung zu schaffen.
Als erstes ging es zu Stefan und seiner Familie, sie sind bitter arm, haben fünf kleine Kinder und Dogsa, eine furchtbar liebe Bernhardinerhündin, die sie kaum ernähren können.
Wir kamen gerade zur rechten Zeit, Dogsa hatte kein Fitzelchen Futter mehr und war schon wieder leicht mager.
Wir brachten sehr gutes Aufbaufutter, entflohten Dogsa, unterhielten uns über die Sorgen und Nöte der Familie.
Leider mussten wir eilig wieder aufbrechen, auf uns wartete der schlimmste Besuch: der bei Opa Zerbe.

Opa Zerbe ist ein Fall für sich, er ist ein alter Herr, nicht ganz einfach im Umgang und gelinde gesagt, sehr stur.
Opa lebt auf einem völlig verwahrlosten Grundstück, mit z.Zt. 14 Hunden.
Er ist schlecht in der Lage sich selbst zu versorgen, geschweige denn die Tiere, weigert sich jedoch standhaft, auch nur einen Hund abzugeben. Ich war schon sehr oft bei ihm, habe mit ihm gestritten und geredet und gebettelt – nichts zu machen, wenn er nicht will, geht nichts.

Die Tiere ernährt er mit Abfällen, überall stehen Futterschüsseln mit stinkenden und schimmligen Inhalt herum – sein Haus ist ein Albtraum, der Fußden übersät mit Unrat, alles wimmelt von Ungeziefer. Schnellstmöglich verliessen wir mit angehaltenem Atem wieder das Haus. Die Hunde waren unglaublich verfloht, alle kratzten sich wie verrückt. Rex, ein armer alter Schäferhund, hat kaum noch Fell, die Haut blutig vom Kratzen.

Wir machten uns an die Arbeit, zum Glück waren wir reichlich mit Frontline ausgestattet und entflohten die ganzen Hunde - ob es was bringt, sei dahingestellt.
Wir baten ihn uns Cegan zu zeigen – Cegan ist ein besonderer Fall und eine Herzensangelegenheit von Frau Brandstetter.
Cegan könnte schon lange dort raus sein, aber Opa Zerbe gibt ihn nicht her.
Cegan geht es recht gut, er scheint gesund und gut genährt. Leider ist er Opas erklärter Liebling, er weigert sich standhaft, den Kleinen ziehen zu lassen.
Er hat auch wieder einen neuen Hund, Bobbik , der alleine in einer Nebenruine haust. Opa meinte, für den können wir ein Zuhause suchen, hoffentlich hält er sich daran, wenn es soweit ist.

Bobbik

Bobbik

Wir gaben Opa auch jede Menge gutes Futter und versprachen in einigen Wochen wieder zu kommen, um nach ihm und den Hunden zu sehen.

Futter für die Hunde bei Opa Zerbe 

Futter für die Hunde bei Opa Zerbe

Cegan 

Cegan

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe

Bei Opa Zerbe
Auf weitere Fotos aus dem Haus von Opa Zerbe verzichten wir, er soll nicht bloßgestellt werden, dieser Teil der Bilder spricht wohl für sich. Wir wollen weiter versuchen ihm zu helfen, soweit er es zuläßt.

Die Geschichte ist sehr verfahren, aber die Hunde können ja nichts dafür.
Ziemlich bedrückt und von den Eindrücken erschlagen, fuhren wir wortlos zurück zum Hof.

Dort hat sich einiges getan – die Garage, in der der alte Zorro wohnt, war picobello aufgeräumt und für ihn ein bequemes Sofa aufgestellt. Zorro zeigte sich jedoch noch nicht begeistert und ignorierte die Couch fürs Erste.

Das soll mein neuer Schlafplatz sein?

Das soll mein neuer Schlafplatz sein?

Eine riesige Hundehütte, da paßt Baks mit allen Kumpels rein

Eine riesige Hundehütte, da paßt Baks mit allen Kumpels rein

Die mitgebrachten Hundehütten hatten ihren Platz gefunden und waren bezugsfertig montiert.

Thomas nutzte die Gunst der Stunde und hatte die Muse, Alexandras Hunde in Ruhe abzulichten.

Benny

Benny

Leo

Leo

Zorro

Zorro

Pado

Pado

Ulrike, Jana und Martin mußten nachmittags wieder den Heimweg antreten und es wurde recht still.
Ben wischte sich innerlich den Schweiß von der Stirn ( Ferdi im Auto wohl auch ), daß sein unliebsamer Artgenosse endlich weg war und benahm sich fortan vorbildlich.
Wir verbrachten einen gemütlichen Abend, droschen einen zünftigen Skat, Alexandra hat gewonnen ( bestimmt hat sie geschummelt ).

Auch der Sonntag verlief ruhig, wir kümmerten uns um die Katzen, machten noch zahlreiche Bilder und dann war es soweit – wir fuhren wieder heim.

Mohrle

Mohrle

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